28. April 2026Building Information Modeling: Definition und Praxis

Building Information Modeling: Definition und Praxis

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Bauprojekte werden stetig technischer und stehen unter erhöhtem Kosten- und Termindruck. Building Information Modeling (BIM) hilft dabei, Bauprojekte effizient und digital zu planen, zu koordinieren und umzusetzen.

Ein BIM-System ist nicht nur eine Software, sondern eine strukturierte Arbeitsweise, bei der alle relevanten Gebäudedaten zentral zusammengeführt werden.

RENOWATE erklärt Ihnen, was BIM ist, wie die Methode funktioniert und welche Vorteile sie insbesondere für Sanierungsprojekte bietet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Building Information Modeling (BIM) ist eine digitale Methode zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauprojekten.

  • Grundlage ist ein BIM-Modell, das Geometrien und Gebäudedaten vereint.

  • Verbessert Prozesse und Zusammenarbeit im Bauwesen.

  • Ermöglicht datenbasierte und nachhaltige Entscheidungen.

Digitale Prozesse für die Sanierung und automatisierte Abläufe gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.

BIM – was ist das eigentlich?

Building Information Modeling ist eine digitale Arbeitsweise, bei der Bauwerke als vernetzte 3D-Modelle abgebildet werden.

Das BIM-Modell enthält neben der Geometrie auch Informationen zu Materialien, Mengen, Kosten, Terminen und Zuständigkeiten. Entscheidend ist dabei nicht nur die Visualisierung, sondern die strukturierte Verknüpfung aller relevanten Informationen.

Es bildet Wände, Decken, Fenster sowie technische Anlagen digital ab und verknüpft diese mit Eigenschaften. So wird auch einem statischen Plan, beispielsweise für eine serielle Sanierung, ein dynamisches, auswertbares Projektmodell.

Gut zu wissen: Das Building Information Modeling ist keine reine Visualisierung eines 3D-Modells. Erst mit belastbaren Informationen, die im Prozess sinnvoll genutzt werden können, entfaltet das Modell seinen Mehrwert, was insbesondere für energetische Modernisierungen wichtig ist.

Warum wird BIM im Bauwesen immer wichtiger?

Von Planung bis Betrieb: Bei Bauprojekten arbeiten viele Beteiligte in unterschiedlichen Disziplinen zusammen:

  • Architektur,

  • Fachplanung,

  • Ausführung,

  • Projektsteuerung,

  • Betrieb und

  • Bestandshalter:innen.

BIM bündelt alle Informationen zentral, sodass Konflikte früher erkannt und Entscheidungen fundierter getroffen werden können. Gerade im Kontext von Neubau und Bestand spielen digitale 3D-Modelle eine zentrale Rolle, da sie komplexe Gebäudestrukturen nachvollziehbar abbilden.

Der Mehrwert entsteht dabei vor allem durch die Nutzung strukturierter Daten und digitaler 3D-Modelle, die eine zentrale Grundlage für Planung, Ausführung und Betrieb im BIM-Bauwesen bilden.

Wie funktioniert die BIM-Methode in der Praxis?

Die BIM-Bauweise basiert auf einem vernetzten Datenmodell, das während des gesamten Projektverlaufs genutzt wird. Typische Schritte sind:

  • Digitale Bestandsaufnahme,

  • Aufbau eines koordinierten Modells,

  • Anreicherung mit Fachinformationen,

  • Kooperatives Arbeiten mit Fachplanern,

  • Auswertung für Mengen, Kosten und Termine und schließlich

  • Nutzung der Daten für Bauausführung und Betrieb.

So entsteht eine konsistente Planungsgrundlage, die die Qualität von Entscheidungen verbessert.

BIM-Planungsmethode im Bestand und in der Sanierung

Besonders relevant ist BIM im Bestand und in der seriellen Sanierung. Gerade bei der BIM-Bestandsaufnahme und -Bestandserfassung fehlen häufig aktuelle Unterlagen, was Planung und Umsetzung von Projekten erschwert.

Digitale Modelle helfen dabei, Gebäude strukturiert zu erfassen und als verlässliche Grundlage für Maßnahmen zu nutzen.

Die BIM-Methode unterstützt dabei:

  • Bündelung von Bestandsinformationen

  • Frühzeitige Erkennung von Planungsrisiken

  • Bessere Koordination von Gewerken

  • Nachvollziehbare Kosten- und Mengenermittlung

  • Transparente Dokumentation

Hierbei ist es wichtig, dass die vorhandenen Informationen von den Beteiligten verlässlich, aktuell und für die jeweilige Projektphase in das Modell eingefügt werden. Wie diese Ansätze in der Praxis umgesetzt werden können, zeigt sich auch bei RENOWATE anhand digitaler Gebäudemodelle und modellbasierter Prozesse.

Digitale Gebäudemodelle in der Praxis bei RENOWATE

RENOWATE entwickelt den Einsatz von digitalen Gebäudemodellen und der BIM-Methode schrittweise weiter. Aktuell werden einzelne Bausteine der BIM-Methode gezielt eingesetzt und weiterentwickelt.

Es kommen bereits heute ausgewählte Elemente im Bauwesen und in der Sanierung zum Einsatz.

Im Rahmen unserer Leistungen kann das BIM-Modell in folgenden Bereichen sinnvoll genutzt werden:

Digitale Grundlagenermittlung im Bestand

Ein zentraler Baustein ist die digitale Erfassung der bestehenden Gebäude:

  • 3D-Laserscanning der Gebäude – Drohnenaufnahmen im Bestand: außen sowie innen in bewohnten und unbewohnten Bereichen

  • Auf Basis der Scans ergibt sich eine Punktwolke zur Abbildung der Bestandssituation

  • Daraus lässt sich 3D-Gebäudemodell ableiten

Diese Modelle bilden die Grundlage für die BIM-Bestandserfassung und weitere digitale Prozesse in der Sanierung.

BIM-Planung in der seriellen Sanierung

In der Planung werden digitale Gebäudemodelle insbesondere dort eingesetzt, wo sie einen konkreten Mehrwert bieten:

  • Anpassung vorgefertigter Fassadenelemente an digitale Bestandsmodelle auf Basis von Laserscans

  • Nutzung von Modelldaten für Massenermittlung und Bauteildefinitionen

  • Unterstützung bei Ausschreibungen und Kostenschätzungen

  • Einsatz standardisierter Bauteilbibliotheken für wiederkehrende Elemente

  • Durchführung von Variantenprüfungen direkt im Modell

  • Übergabe von Modellinformationen für Fertigung und Werkstattplanung

Diese Ansätze ermöglichen effiziente sowie zunehmend standardisierte und automatisierte Prozesse für die serielle Sanierung und BIM-Quartierslösungen. Damit wird digitales serielles Sanieren in größerem Maßstab möglich.

Zusammenarbeit und Datenaustausch

Auch in der Zusammenarbeit mit externen Fachplaner:innen werden diese Ansätze zunehmend genutzt:

  • Austausch mit Fachplaner:innen und Nachunternehmer:innen über IFC-Modelle zur besseren Abstimmung zwischen Gewerken (Open BIM)

  • Kooperatives Arbeiten am Modell für direkten Austausch und einen einheitlichen Planungsstand (Closed BIM)

Je nach Projekt erfolgt dies in unterschiedlichen Ausprägungen – von einfachen Datenübergaben bis hin zu eng abgestimmten Arbeitsprozessen.

Visuelle Unterstützung der Planung

Ein weiterer Vorteil digitaler Modelle liegt in der besseren Verständlichkeit von Planungen:

  • Schnelle Visualisierung von Entwürfen mit Farb- und Materialkonzepten

  • Gegenüberstellung von Bestand und geplanter Maßnahme

  • Modellbasierte Variantenvergleiche für die Ausführung

Dies erleichtert insbesondere die Abstimmung mit Auftraggeber:innen und Projektbeteiligten.

Einordnung: Potenziale für BIM in der seriellen Sanierung BIM

Die beschriebenen Anwendungen zeigen, wie digitale Modelle bereits heute in einzelnen Bereichen eingesetzt werden. Gleichzeitig wird deutlich, dass Building Information Modeling als ganzheitliche Methode bei RENOWATE weiter aufgebaut wird.

Ziel ist es, diese Ansätze künftig weiter zu strukturieren, stärker zu verknüpfen und schrittweise in umfassendere BIM-basierte Prozesse zu überführen.

RENOWATE verfolgt dabei einen kontinuierlichen Entwicklungsansatz: Neben der Weiterentwicklung von BIM-Prozessen werden auch Themen wie Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie der Einsatz von neuen Technologien, beispielsweise im Kontext von KI, aktiv betrachtet.

Einstieg in das Building Information Modeling

Der optimale Start gelingt mit einem Pilotprojekt, in welchem sich Anforderungen, Datenstandards und Rollen im realen Rahmen testen lassen:

  1. Ziele definieren: Was soll das BIM-Modell verbessern?

  2. Anwendungsfälle auswählen: Welches Etappenziel steht an oberster Spitze?

  3. Datenquellen prüfen: Welche Unterlagen liegen vor?

  4. Standards festlegen: Welche Struktur und Formate sollen genutzt werden?

  5. Verantwortlichkeiten definieren: Wer pflegt welche Informationen?

  6. Pilotprojekt auswerten und skalieren.

Ein schrittweiser Einstieg ist dabei oft sinnvoller als ein umfassender Rollout.

BIM als Entwicklungsschritt im Bestand

Building Information Modeling verbessert Planung, Zusammenarbeit und Datenqualität im Bauwesen. Dies betrifft insbesondere die Weiterentwicklung digitaler Prozesse für die Sanierung und den Einsatz von BIM in Quartierslösungen.

Gleichzeitig zeigt sich, dass BIM häufig schrittweise eingeführt wird. Auch bei RENOWATE kommen digitale Gebäudemodelle bereits zum Einsatz und werden weiterentwickelt.

Ein strukturierter Einstieg und klare Anwendungsfälle sind dabei entscheidend.

Tipp: Das Mieterportal von RENOWATE unterstützt die einfachere Abstimmung mit allen Beteiligten. Wir übernehmen nicht nur die Kommunikation mit Subunternehmen, sondern ebenfalls mit Mieter:innen für eine einfache Abstimmung und die Beantwortung aller aufkommenden Fragen.

Sie möchten mehr über BIM, serielles Sanieren oder digitale Planung erfahren? Dann sprechen Sie uns gerne an.

BIM bei RENOWATE: FAQ zum Building Information Modeling

Building Information Modeling ist eine digitale Methode zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauprojekten. Dabei werden alle relevanten Informationen eines Gebäudes in einem zentralen Datenmodell zusammengeführt. Dieses Modell dient als gemeinsame Grundlage für alle Projektbeteiligten und verbessert die Transparenz sowie die Qualität von Entscheidungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Ein BIM Modell ist die digitale Abbildung eines Bauwerks inklusive aller relevanten Daten. Neben der Geometrie kann es Informationen zu Materialien, Kosten, Zeitplänen und technischen Eigenschaften enthalten. Dadurch wird das Modell zu einem zentralen Werkzeug für Planung, Ausführung und spätere Nutzung eines Gebäudes.

Ein BIM-System ist die technische und organisatorische Infrastruktur hinter der BIM-Methode. Es umfasst Softwarelösungen, Datenstandards und Prozesse, die den Austausch und die Nutzung von Informationen ermöglichen. Ohne ein funktionierendes System kann die Zusammenarbeit im BIM-Prozess nicht effizient umgesetzt werden.

Building Information Modeling ist im Bestand wichtig, weil oft unvollständige Daten vorliegen. Durch die digitale Erfassung und Strukturierung können bestehende Gebäude besser analysiert und Maßnahmen präziser geplant werden. Das reduziert Risiken und verbessert die Entscheidungsgrundlage bei Sanierungen – insbesondere durch Methoden wie 3D-Laserscanning und digitale Bestandserfassung.

Building Information Modeling bietet der Baubranche mehr Effizienz, Transparenz und Planungssicherheit. Durch die frühzeitige Erkennung von Konflikten lassen sich Fehler und Nacharbeiten reduzieren. Zudem verbessert BIM die Kommunikation zwischen den Beteiligten und sorgt für eine bessere Kosten- und Terminplanung.